Die Seele

Im Allgemeinen wird dem Menschen eine Seele zugesprochen. Der Begriff Seele wird für etwas nicht genau lokalisierbares innerliches Etwas im Menschen genannt. Damit ist nichts organisches, aber im Menschen inne wohnendes gemeint. Mit Seele wird als nichts körperliches bezeichnet, aber im Körper ruhendes Etwas. Häufig wird die Seele in der Gegend des Herzens, vielleicht zwischen Herz und Bauch lokalisiert.

Manche Menschen lokalisieren ihre Seele zwischen der 3. und 4. Rippe, aber da gehen die Meinungen auseinander, denn eine konkrete Ortsangabe ist nur individuell intuitiv möglich. Allerdings gebrauchen manche Menschen den Ausdruck „Herz“ anstelle von „Seele“. Im Allgemeinen wird von Herzschmerz gesprochen, wenn man von einer verletzten Seele spricht. Aber gemeint ist natürlich wieder nichts organisches. Der Volksmund sagt mitunter über einen Menschen, er habe „das Herz am rechten Fleck“. Oder, „wir nehmen uns etwas zu Herzen“, „herzhaft“ lachen wir, und begrüßen jemanden „herzlich“. Damit sprechen wir von seelischen Belangen und machen eine Feststellung über körperliche Aktivitäten.

Mit der Seele wird etwas untrennbares vom Menschen bezeichnet. Wir meinen also, jeder Mensch habe eine Seele. Viele Menschen glauben, dass im Angesicht des Todes die Seele den menschlichen Körper verlässt. Also ist der verstorbene Mensch nach seinem Tode ein entseelter Körper. Wo also ist nun die Seele abgeblieben, wenn diese beim Tode den meschlichen Körper verlassen hat. Die Christen, Juden, Moslems und andere Gläubige sind der Meinung, die Seele ist im Jenseits. Was meint aber nun der Nichtgläubige, wo die Seele, von der er sprach, geblieben ist? Manche Nichtgläubige sagen, „Ich glaube nur das, was ich sehe“. Was glaubt dieser dann, wo ist seine Seele?

Literatur:

Manuela Di Franco; „Die Seele – Begriffe, Bilder und Mythen“, 2009, Reclam Verlag, Stuttgart